Arbeiter der Avocado-Plantage

2017

Juni

Die Agrokultur hatte im 2017 in weiten Teilen Perus einen sehr schweren Start. Normalerweise dauern die heftigen Regenfälle bis in den Februar und anschliessend beruhigt sich die Wetterlage mit jedem Tag etwas mehr. Dieses Jahr entleerte sich der Himmel mitleidlos und ohne Unter-bruch bis tief in den Monat April. Die Konsequenzen waren verheerend: es gab unzählige Bergrutsche, Transportwege wurden meterhoch verschüttet, über 14‘000 Häuser und Hütten wurde durch die tobenden Wassermassen weggerissen. Auch auf unserer Avocado-Plantage waren die Schäden unübersehbar. Der Boden war so sehr aufgeweicht, dass man mit Leichtigkeit die ganze Hand in die Erde stecken konnte, die Fürchte hatten extrem Mühe zum Reifen und die Ernte konnte dadurch erst mit einer Verspätung von gut vier Wochen starten, viele Früchte blieben markant kleiner als andere Jahre und auch die Menge der Früchte blieb unter den Erwartungen.

Bedenkt man, dass unsere Plantage mitten im Gebirge der Hochanden liegt und somit auch alle vollen Avocados-Kisten auf dem Rücken durch das glitschige Gelände getragen werden müssen, erahnt man, was die Indios geleistet haben.

Unsere Früchte werden im Sortierzentrum für den Export in die Schweiz abgepackt

Unsere Früchte werden im Sortierzentrum für den Export in die Schweiz abgepackt

Und trotzdem, der Erntetag bleibt ein ganz spezieller Tag. An der Ernte beteiligen sich rund 55 Indios, Frauen wie Männer. Sobald der erste Sonnenstrahl (oder das volle Tageslicht) auf die Baumkronen trifft, stimmen die Indios das Ernte-Dankeslied an. Überall von den Feldern reiht sich eine Stimme an die andere und bald erfüllt der fröhliche Klang die ganze Plantage. Trotz härtester Körperarbeit vergessen die Indios nie, der Mutter Erde Pachamama für die Ernte zu danken. Ja, und Pachamama meinte es gut mir uns. Sie schenkte WAYNA INTI eine Ernte von rund
30 Tonnen Früchte!

2016

November

Die von den Bränden sehr beschädigte Wasserleitung konnte weitgehend repariert und ersetzt werden.

Die Bäume sind kräftig und gesund und haben bereits kleine Früchte angesetzt. Leider sind auch in Peru, wie in einem grossen Teil unseres Planeten, deutlich Klima-Veränderungen zu beobachten. Extrem starke Windböhen und Stürme, wie man sie bislang nicht kannte, fegten über das Gebiet. Diejenigen Bäume, welche an den Aussenrändern der Plantage stehen, verloren teilweise die kleinen angesetzten Knospen. Die übrigen Bäume haben glücklicherweise diese Klimaerscheinung gut überstanden. So hoffen wir auf eine reiche Ernte in rund vier Monaten.

September

Leider wüteten in den vergangenen Septembertagen zwei grosse Brände oberhalb unserer Plantage. Diese haben bis weit in die Berge hinauf alles zerstört. Die Avocadobäume unserer Plantage blieben jedoch glücklicherweise verschont. Dafür ist die Wasserleitung, welche zur Plantage führt, sehr beschädigt und muss über 12 km repariert und teils ganz ersetzt werden.

Die Bäume haben im Juli / August wunderbar geblüht. Dank der kräftigen Unterstützung durch unsere eigenen Bienenvölker haben die Avocadobäume inzwischen auch bereits reichlich Knospen angesetzt.

Bereits im Frühling 2016 erhielt unsere Avocado-Plantage das internationale Fairtrade-Zertifikat von FLOCERT / MAX HAVELAAR, worauf wir natürlich mächtig stolz sind.

März

Die Haupterntezeit der Avocados von 2016 hat begonnen. Seit Februar ernten wir unsere feinen Avocados. Die ersten Container mit unseren Früchten sind unterwegs nach Europa.

Dieses Jahr hat die Ernte rund 4 Wochen später begonnen. Das Wetterphänomen El Niño ist diese Saison weltweit stärker denn je und seine Auswirkungen haben zu extremen Wettersituationen geführt. In den Hochanden Perus verzeichnete man zuerst eine extreme Hitze- und Dürreperiode und nun regnet es übermässig. Dies führte dazu, dass die Bäume viele Früchte verloren haben. Auch verlangsamt die aktuelle Feuchtigkeit das Reifen der Früchte. Wir brauchen Geduld, doch die Qualität der Avocados von unserer Plantage lässt auch dieses Jahr die Augen der Indios erstrahlen.

2015

Die Avocado-Plantage gedeiht wunderbar. Das ist nicht zuletzt dem Bewässerungstropfsystem zu verdanken, welches wir grossflächig errichtet haben. Während wir im Jahr 2013 für WAYNA INTI 4’812 kg Avocados geerntet haben, waren es im 2014 bereits 12’500 kg und im 2015 nun gar 19’800 kg.

Mehr denn je sind wir uns bewusst, nur wenn wir unser Ziel erreichen, dass die laufenden Grundkosten des Schulheimes durch den Erlös aus der Avocadoplantage zu 50% – 70 % gedeckt werden, hat WAYNA INTI langfristig eine Überlebenschance. Jeder neu gepflanzte Baum bedeutet für die Indio-Kinder von WAYNA INTI ein Stück Zukunft.

Avocado Plantage 2015-2Die Qualität der Avocados im 2015 war ausserordentlich gut. Wir hatten über 93% Früchte 1. Qualität und zusätzlich 1. Kategorie! Besser geht es nicht! Wir sind unglaublich stolz auf unser Team in den Hochanden Perus!

Am 02. März 2015 wurde unsere Avocado-Plantage mit dem internationalen Qualitätszertifikat für Agrokultur GLOBAL G.A.P. ausgezeichnet. Somit stehen uns die Türen offen, unsere Früchte direkt, also ohne Zwischenhändler, nach Europa zu exportieren. Ab April fand man die Avocados von WAYNA INTI auch in der Schweiz.